Wo liegen die Bildungsschwerpunkte?

Um die Schülerinnen und Schüler optimal auf das Berufsleben vorzubereiten, können sie zwischen vier Wahlpflichtfächergruppen wählen:

Wahlpflichtfächergruppe I
Der Schwerpunkt liegt hier im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich unter Verstärkung des Unterrichts in Mathematik, Physik, Chemie und Technischem Zeichnen/CAD. Im Vergleich zu den Gruppen II und III gibt es mehr Wochenstunden in Mathematik, Physik und Chemie. Deshalb werden in der Gruppe I auch mathematisch höhere Ansprüche gestellt und mehr Lerninhalte vermittelt und vertieft. Die Gruppe I sollten jene Schüler wählen, die mathe-matisches Interesse zeigen, über ein ausgeprägtes Abstraktionsvermögen verfügen oder sich eher für einen technisch orientierten Beruf entscheiden wollen. Abschlussprüfungsfächer sind Deutsch, Englisch, Mathematik I und Physik.

Wahlpflichtfächergruppe II
Die Wahlpflichtfächergruppe II setzt den Schwerpunkt auf den wirtschaftskundlichen Bildungsbereich unter Verstärkung des Unterrichts in Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen sowie Wirtschaft und Recht (auch in der 8. Jahrgangsstufe). Im Fach Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen reicht das Spektrum der Lernziele von der doppelten Buchführung bis hin zur Bilanzauswertung und Deckungsbeitragsrechnung. In Wirtschaft und Recht werden Kenntnisse von den Grundlagen der Wirtschaft und des Rechts über die Umweltverantwortlichkeit des Verbrauchers bis hin zu den Maßnahmen der Wirtschaftspolitik vermittelt. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft, u. a. durch Aspekterkundungen und Expertenvorträge, verleiht der Gruppe II Aktualität und Lebensnähe. Abschlussprüfungsfächer sind Deutsch, Englisch, Mathematik II und BwR.

Wahlpflichtfächergruppe IIIa
Der Akzent liegt hier vor allem auf dem sprachlichen Sektor – neben dem Fach Englisch wird Französisch als zweite Fremdsprache angeboten. Damit eröffnen sich den Schülerinnen und Schülern erweiterte Berufschancen (Tourismus, Firmen mit internationalen Verbindungen). Wer diese Gruppe wählt, hat ab dem 7. Schuljahr auch das Fach Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen als 2-stündiges Vorrückungsfach. Damit ist der Anschluss an die Fachoberschule gewährleistet. Insbesondere für die FOS 13, die zum allgemeinen Abitur führt, ist mit der 2. Fremdsprache der Weg geebnet. Die Wahlpflichtfächergruppe IIIa mit Französisch als Wahlpflichtfach sollten jene Schüler in Erwägung ziehen, die sprachlich begabt sind und in Deutsch und Englisch keine Schwierigkeiten haben. Abschlussprüfungsfächer sind Deutsch, Englisch, Mathematik II und Französisch.

Wahlpflichtfächergruppe IIIb
Diese Wahlpflichtfächergruppe richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler, die Berufe im sozialen oder sozial-pädagogischen Bereich ergreifen wollen. Diese Gruppe ist auch eine gute Vorbereitung für die berufliche Oberschule (FOS, BOS), insbesondere für den Bereich Soziales. Das Fach Sozialwesen bezieht wichtige Erkenntnisse und Einsichten hauptsächlich aus der Pädagogik, der Psychologie und der Soziologie. Es gibt den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit, sich mit sozialen Vorgängen, Problemen und Aufgaben in unserer Gesellschaft vertieft auseinander zu setzen. Im Rahmen je eines verpflichtenden Praktikums in der 8. und 9. Jahrgangsstufe lernen die Schülerinnen und Schüler die Arbeitswelt und ihr Sozialgefüge unmittelbar kennen. Die Wahlpflichtfächergruppe III b Sozialwesen eignet sich besonders für Schülerinnen und Schüler, die gerne Menschen helfen, betreuen oder beraten. Abschlussprüfungsfächer sind Deutsch, Englisch, Mathematik II und Sozialwesen.

Vergleich der Wahlpflichtfächergruppen
Die einzelnen Wahlpflichtfächergruppen stehen sich in ihren speziellen Bildungswerten gleichwertig gegenüber. Man kann deshalb auch nicht fragen, welche die „leichtere“ ist. Es hängt ganz von der Befähigung, Neigung und Aufgeschlossenheit der Schülerin/des Schülers ab, welche der angebotenen Wahlpflichtfächergruppen im Einzelfall die bestmögliche Ausbildung gewährleistet. Die „leichtere“ Gruppe ist jene, die der Interessens- und Begabungsrichtung des Jugendlichen mehr entspricht. Wir möchten bereits an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wegen der unterschiedlichen Lerninhalte ein späterer Wechsel von einer Wahlpflichtfächergruppe in eine andere grundsätzlich nicht mehr möglich ist.

Zusammenfassung
Die Entscheidung über die Wahlpflichtfächergruppen ist zwar eine gewisse berufsbezogene Vorausorientierung, bedeutet aber keinesfalls eine Spezialisierung auf einen bestimmten Beruf oder eine Festlegung auf einen Berufsweg. Es bleibt Ihrer freien Entscheidung überlassen, welche Wahlpflichtfächergruppe Ihr Kind besuchen soll.

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